Kirgistan – Ofenbau

Ofenbauprojekt Kirgistan

Einleitung

Crosslink Development International (CDI) arbeitet seit 1994 in Zentralasien mit dem Ziel, Projekte durchzuführen, welche einer ganzen Gemeinschaft ganzheitliche Entwicklung bringen. Seit Jahren wurden deshalb kleinere Projekte entwickelt, welche die Gesundheit und das Wohl von Familien ganzheitlich fördern. Seit 2012 wurde auf Anfragen von Gemeinschaften eine Reihe von Ofenmodellen entwickelt und erprobt. Im Vergleich zu den alten einheimischen Öfen sind die neuen Modelle effektiver, qualitativ besser und gleichzeitig vom Preis her erschwinglich.

Aktivitäten 2017

Im Juni wurde unter unserer Anleitung ein Ofen zur Beheizung der Räume und zu Erwärmung von ca. 20 Litern Wasser aufgebaut. Dieses Model beinhaltete auch einige Weiterentwicklungen und Design-Nuancen. So wurde erstmals ein fertiger Wasserbehälter aus einem neuen Aluminium- Benzinkanister integriert. Mit dem einheimischen Ofenbaumeister und zwei jungen Lehrlingen haben wir über eine Woche lang den Ofen gebaut. Wie es im Handwerk so üblich ist, macht die Übung den Meister! Die Lehrlinge erfuhren selber, wie man einen Ofen plant und die Pläne liest, den besten Platz im Haus dafür findet, wie auf der Baustelle der Grundriss dafür gezeichnet wird, wie sie sich Arbeit sparen können, wenn der Platz für den Schornstein richtig gewählt wird. Ebenfalls mussten sie unsauber erledigte Arbeitsgänge solange üben, bis sie diese gut beherrschten. Auch der Hausbesitzer übte sich in Schweissarbeiten und musste darin angeleitet werden, wie die benötigten Metallkomponenten des Ofens ihre richtige Ausführung und Masse bekamen. Parallel dazu wurde eine 3D-Computer-Zeichnung angefertigt, um die einzelne Schritte in einer Anleitung für die Ofenbauer zu dokumentieren. Ein weiterer Lehrling durfte einen Einblick in ein 3D- Programm erhalten und konnte selber seine ersten Erfahrungen mit dem Computerzeichnen machen. Die Ergebnisse werden im kommenden Winter mit Spannung erwartet.

Ende Juli baute ein einheimisch angelernter Ofenbauer mit unserem Fachmann einen weiteren Kochofen im Nachbardorf.  In vier Tagen gelang der Ofen sehr schön.

Resultate 2017

Neun einheimische Männer, welche durch eine andere NGO aus einem anderem Kanton angelernt worden waren, kamen für einen Tag zum Austausch und Ansichts-Seminar zu uns. Unser Fachmann erklärte ihnen nochmals anhand des im Juni gebauten Ofens die Technik und Feinheiten des Ofenbaus und gab ihnen Anleitungen. Für sie und ihren Projektchef war dies eine sehr wertvolle Lernphase, die sie mit grosser Dankbarkeit aufnahmen.

Budget

Dieses Jahr arbeiteten wir mit einem recht geringen Budget von 440 US-Dollars. Dies deckte alle Kosten für Ausbildungsvergütung, Transport, Administration, Raummiete und die praktische Hilfe am Ende des Seminars.

Perspektiven

  • Seitens der lokalen Regierung im Ort haben wir Anfragen erhalten, weitere Öfen in entfernten Dörfern für ihre Dorfkliniken zu bauen. Weil die kühlen Herbsttage das Trocknen von neuen Öfen nicht mehr erlaubt, wird unsere Ofenbauprojekt erst im Frühling 2018 mit zwei geplanten Öfen und neuen anzulernenden Personen weitergehen. Wir hoffen, für diese Kurse noch mehr junge Interessierte zu mobilisieren.
  • Es gibt auch seitens einer weiteren lokalen NGO Anfragen über eine Zusammenarbeit auf diesem Gebiet. Ob wir dem nachgehen, müssen wir zuerst prüfen. Wir sind am Abklären, ob wir dazu die Kapazität haben und unsere Vision bei der Umsetzung mit ihrer identisch ist.
  • Die Familie eines Lehrlings hat vor zwei Jahren einen Kochofen erhalten, gebaut von einem lokalen Ofenbauer. Dieser Ofen ist nach ihrer Meinung nicht brauchbar, da er kaum Wärme für die Räume abgibt. Wir hoffen, dass der Lehrling diesen Ofen bald unter unserer Anleitung selber so umbauen kann, dass er brauchbar wird.