Ghana – Projekt Share

Gesundheit und Bildung

Hintergrund

Das Projekt «Share» (was teilen bedeutet) ist im Gesundheitsbereich und in der Bildung tätig. In beiden Gebieten wird mit den regionalen und nationalen Behörden und anderen relevanten Organisationen zusammengearbeitet.

In Ghana, einem Land in Westafrika, leben ungefähr 37 Millionen Menschen. Obwohl das Land im Vergleich zu umliegenden Ländern einen gewissen Wohlstand aufweist, liegen im landesweiten Durchschnitt die Kindersterblichkeit bei 11,2 ‰ und die Säuglingssterblichkeit bei 6,8 ‰. Genau hier setzt unser Partner an, und zwar im Bezirk Gushegu, welcher abseits im Norden liegt.

Ungefähr eines von drei Kindern unter fünf Jahren leidet an Mangelernährung – und dies obwohl keine Hungersnot herrscht. Mangelernährung ist meist nicht das Problem von Armut, sondern überwiegend das Resultat von ungenügendem Wissen.

Das Ernährungszentrum Neesim

Das Ernährungszentrum von Projekt «Share» öffnete im September 2009 seine Türen. Über 400 Kinder erhielten durch das Ernährungszentrum eine zweite Chance.
Die behandelten Kinder sind in der Regel zwischen ein und drei Jahre alt. Die Mütter verbringen im Durchschnitt etwa sechs Wochen im Ernährungszentrum bis sich das Kind erholt hat.
Nebst der Rehabilitation der Kinder wird den Müttern ganz konkret und praktisch gezeigt, wie sie die Ernährung und Gesundheit ihrer Kinder durch den Einsatz von lokal vorhandenen Lebensmitteln und Ressourcen nachhaltig verbessern können. Zudem werden die grundlegendsten Hygienemassnahmen vermittelt.

Das Projekt «Share» legt einen grossen Fokus auf Wissensvermittlung. Somit soll und kann zukünftiger Mangelernährung vorgebeugt werden. Die Frauen werden ermuntert, das erlernte Wissen in ihrer Nachbarschaft weiterzugeben, damit auch viele andere Familien davon profitieren können.

 

Beispiel:

Als Adisahs* Mutter bei seiner Geburt starb, wurde er der Fürsorge seiner Grossmutter übergeben. Leider war diese aber überfordert. Adisah war neun Monate alt, als seine Grossmutter ihn in das Ernährungszentrum brachte. Zu diesem Zeitpunkt wog er nur 6,5 kg. Im Ernährungszentrum wurde Adisah zuerst mit einer speziellen Milchdiät versorgt, später mit «Plumpy Nut», einer sehr nährreichen Paste aus Erdnüssen und anderen Zutaten, bis schlussendlich auf lokale verfügbare Nahrungsmittel umgestellt werden konnte. Zwei Monate später wog er 8,4 kg.

 

*Name geändert, um Identität zu wahren

Die Schule Neesim

Obwohl sich die Situation im Distrikt Gushegu langsam verbessert, liegt immer noch viel Verbesserungspotential im Bereich der Bildung. Der Norden hinkt der Entwicklung generell hinterher. Die Schule ist obligatorisch, trotzdem gehen nur ungefähr die Hälfte der schulpflichtigen Kinder im Distrikt zur Schule. Immer noch brechen viele Schüler die Schule ab, besonders Mädchen. Da die Bildungsqualität tief ist, sind gut 80 % der Jugendlichen nach der abgeschlossenen Grundschule nicht fähig, fliessend zu lesen. Schulgebühren müssen keine bezahlt werden, aber für Schulbücher und Schreibwaren müssen die Eltern aufkommen, was sich ärmere Familien auf dem Land häufig nicht leisten können. Auch gibt es zu wenig gut ausgebildete Lehrer.

«Project Share» hat im Dezember 2009 eine Grundschule eröffnet. Die Schule liegt etwas ausserhalb der Stadt Gushegu. Hier gehen vor allem Kinder aus drei umliegenden Dörfern zur Schule, wo es vorher keine Schule gab. Die Schule hat mit einem Kindergarten und der 1. Klasse klein begonnen. Mit der Zeit ist sie bis auf die 6. Klasse angewachsen.

 

Mehr erfahren Sie auf der Webseite vom Share Projekt   www.projectshareghana.org