Äthiopien – Traumabewältigung

Gewalt und Trauma: Hilfe für Opfer in Äthiopien

 

«Reiss dich zusammen, sei stark!» «Sei dankbar, dass du noch lebst!» «Gott ist gut, hör auf zu weinen!» Solche Sätze hören Äthiopier immer wieder, wenn sie Opfer von Raubüberfällen, Vergewaltigungen, Unfällen oder ethnischer Gewalt geworden sind, die Eltern verloren haben oder – wie die zahlreichen Somalier im Land –, vor dem Krieg flüchten. mussten.

Eine Mauer des Schweigens

Die meisten Äthiopier sind überzeugt, dass Reden über traumatische Erlebnisse nur schadet. «Was man lange genug verschweigt, wird hoffentlich irgendwann mal heilen …» Das ist leider nicht der Fall. Das beweisen die Geschichten von zahlreichen Menschen, die den Alltag nicht mehr meistern können, weil sie so tragische Dinge erlebt haben.

Was können wir tun?

Seit zwei Jahren führen wir in Äthiopien Schulungen durch, wie traumatisierten Menschen geholfen werden kann. Die Teilnehmer lernen den Opfern zuzuhören und ihr Trauma zu verarbeiten. Einer der Teilnehmer hat aufgrund unserer Arbeit bereits ein Seelsorgetelefon-Netzwerk aufgebaut und kümmert sich vollzeitlich um traumatisierte Menschen. Die Opfer können nach Jahren plötzlich wieder schlafen, schöpfen Hoffnung und finden Kraft, sich ihrer Geschichte zu stellen.

Ein Netzwerk für Traumaberater

Unser Programm beinhaltet drei Bereiche:

1. Schulung von Äthiopiern, sodass sie eine einfache Traumaberatung und später selber Beraterkurse anbieten können.

2. Aufbau eines Netzwerks für Traumaberater, in dem sie sich Austauschen und Unterstützung sowie Rat für Projekte finden können.

3. Aufbau eines Notfallteams, das bei Katastrophen sofort einsatzbereit ist, emotionelle und psychologische Hilfe anzubieten.

Hilfe um «jeden» Preis

Zwischen 2016 und 2018 wurden in Zusammenarbeit mit Le Rucher Ministries in Frankreich über hundert Traumaberater ausgebildet. Bereits mit einem bescheidenen Beitrag von 40 Franken kann eine Person ausgebildet werden, die wiederum unzähligen traumageschädigten Menschen helfen kann.